Autonomes Fahren zählt zweifellos zu den heißesten Mobilitätstrends der Zukunft. Überall auf der Welt wird geforscht: nicht nur an den autonomen Fahrzeugen selbst, sondern vor allem auch am hochkomplexen System aus Verkehrs-, Kommunikations- und IT-Infrastruktur. Mit dem Korridor für neue Mobilität Aachen – Düsseldorf wird im Forschungsprojekt ACCorD eine Testumgebung geschaffen, um selbstfahrende Autos in Interaktion mit vernetzter Infrastruktur und mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen systematisch zu testen und sicherer zu machen.

Bis vernetzte und autonome Fahrzeuge den realen Verkehr selbstständig und reibungslos meistern, sind noch zahlreiche Tests und Analysen auf der Straße, aber auch in virtueller Umgebung nötig. Ein wichtiger Grundstein dafür sind Daten.

So werden im Forschungsprojekt ACCorD drei reale Testfelder geschaffen – im urbanen und ländlichen Raum sowie auf einer Autobahn. Dort wird die vernetzte Infrastruktur aufgebaut, die für die Entwicklung und die Fahrten der autonomen Fahrzeuge benötigt wird. Hochpräzise Sensoren erfassen zudem das gesamte Verkehrsgeschehen. Die so gesammelten Daten sollen in eine zentrale Datenbank fließen, die für weitere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten genutzt werden kann.

„Wir bei PTV nutzen diese Daten, um die Testumgebung digital nachzubauen“, erklärt Charlotte Fléchon aus dem Forschungsteam der PTV. „Aktuell erstellen wir das Modell, In das dann die Daten aus dem Forschungsprojekt einfließen werden. Das liefert so die perfekte Grundlage für weitere Planungsszenarien und Modellrechnungen.“

Im digitalen Zwilling des Testfeldes können anschließend alle erdenklichen Szenarien durchgespielt und analysiert werden. So will Ford, einer der Projektpartner, beispielsweise in der virtuellen Umgebung die V2X-Kommunikation testen, also die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander, mit der Infrastruktur und weiteren Verkehrsteilnehmer*innen. Ganz konkret soll in der Simulation zum Beispiel die Vernetzung der autonomen Fahrzeuge mit Ampeln untersucht werden.

Mit Hilfe von Simulationen lassen sich Infrastruktur-Maßnahmen ableiten und neue Fahrfunktionen für automatisierte und vernetzte Versuchsfahrzeuge validieren und weiterentwickeln. Diese wiederum können dann wieder im realen Testfeld ausprobiert werden. Damit entstehen dann wieder neue Daten.

„Die entstehende Datenbank ist eine wertvolle Quelle. Es gibt zum Beispiel aktuell recht wenig konkrete Daten zu lateralen also seitlichen Bewegungen, wie beim Spurwechsel beim Auffahren auf die Autobahn oder beim Überholvorgang“, weiß Charlotte Fléchon. „Die im Forschungsprojekt ACCorD gewonnen Daten helfen uns dabei, unsere Software in Bezug auf automatisierte und vernetzte Fahrzeuge weiterzuentwickeln und noch besser zu machen.“

Über das Forschungsprojekt ACCorD

Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Forschungsprojekt hat das Ziel, eine integrierte Entwicklungsumgebung zu schaffen, um automatisierte Fahrzeuge in Interaktion mit vernetzter Infrastruktur systematisch zu testen und abzusichern. Verbundkoordinator ist die RWTH Aachen University. Am Projekt sind neben der PTV folgende Unternehmen beteiligt: e.GO MOOVE GmbH, Ford-Werke GmbH, Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, die Stadt Aachen, Vodafone GmbH sowie die ZF Friedrichshafen AG.

Projektlaufzeit 01.01.2020 bis 30.09.2021

Virtuelles Testen autonomer Fahrzeuge

Um ihre Zuverlässigkeit unter Realbedingungen unter Beweis zu stellen, müssten autonome Fahrzeuge (AV/Autonomous Vehicles) unzählige Kilometer fahren. Dank PTV Vissim sind diese erforderlichen Fahrten mit einem Fahrsimulator realisierbar. Die Software ermöglicht es, diese realistisch zu simulieren.

Über:

Von nachhaltigen Mobilitätsformen wie Radfahren über autonomes Fahren hin zu Road Safety und Strategien für die Letzte Meile: Steffi ist immer auf der Suche nach neuen Stories und fasziniert von der Fülle an spannenden Themen, die unsere Mobilität jeden Tag zu bieten hat.

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