Lissabon ist Europas „Green Capital“, Umwelthauptstadt 2020. Und das mit gutem Grund: Denn Portugals Hauptstadt verfolgt schon lange das Ziel, eine nachhaltige Smart City zu werden. Bei der Wahl zur Green Capital hob das Expertengremium hervor, dass Lissabon in Sachen Klimawandel und nachhaltiger städtischer Mobilität, die Nase vorne habe.

Lissabon will die Stadt den Menschen zurückzugeben – das ist die klare Vision. In Bezug auf Mobilität bedeutet dies, dass nachhaltige Fortbewegungsmittel, wie Fahrräder und der öffentliche Nahverkehr sowie auch das Gehen gefördert werden, während der motorisierte Individualverkehr eingeschränkt wird. Dazu einige Beispiele:

  • 2017 startete Lissabon ein Bike-Sharing-Programm. Dabei bestehen zwei Drittel der Flotte aus Elektrofahrrädern. Das macht Radfahren in den hügeligen Stadtteilen attraktiver.
  • Der öffentliche Nahverkehr ist gut erreichbar: 93,3 % der Einwohner*innen Lissabons leben im Umkreis von 300 Metern von einer Haltestelle.
  • Die Stadt verfügt über eines der weltweit größten Ladenetze für Elektrofahrzeuge. 39 % der städtischen Fahrzeugflotte ist elektrisch.

Den Raum in der Stadt neu denken

velo en bord de mer

„Die Stadt will ihre Bürger*innen dafür sensibilisieren, dass der Straßenraum ihnen gehört und nicht nur den Autos“, weiß Paulo Humanes, PTV Vice President für Business Development und New Mobility, der ursprünglich aus Portugal stammt. „Deshalb hat die Stadt zum Beispiel Tage eingeführt, an denen ganze Alleen vorübergehend für Autos gesperrt und für die Gesellschaft geöffnet werden. Die Coronakrise hat das Ganze jetzt sogar noch beschleunigt.”

Wie viele anderen europäischen Städte auch, nutzte Lissabon die Pandemie, um die Straßen neu zu gestalten. Parkplätze wurden zugunsten von Café- und Restaurant-Terrassen entfernt. Lissabons Bürgermeister kündigte Pläne an, in der ganzen Stadt die Geschwindigkeit auf 30 km/h zu begrenzen.

Der Kauf eines Fahrrads wird subventioniert: Für ein „normales“ Fahrrad erhalten Bürger*innen einen 100-Euro-Gutschein. 350 Euro gibt es für E-Bikes und Lastenräder werden mit bis zu 500 Euro bezuschusst.

Eines der größten Projekte der „Green Capital“ Lissabon ist die Umweltzone ZER – Reduced Emissions Zone in den Stadtvierteln Avenida und Baixa, Chiado. Um die Luftverschmutzung zu reduzieren, werden dort verschiedenste Maßnahmen umgesetzt: Bespielweise dürfen Autos nur sehr eingeschränkt fahren, Parkplätze wurden drastisch reduziert, die Gehwege dafür vergrößert und neue Radwege geschaffen. Außerdem wurde der öffentliche Verkehr ausgebaut.

„Lissabon war in den letzten Jahren sehr zukunftsorientiert und offen für Innovationen. Wir von PTV waren dort schon an vielen interessanten Projekten beteiligt. Bereits vor fünf Jahren haben wir gemeinsam mit dem Weltverkehrsforum der OECD die berühmte Lissabon-Studie durchgeführt und uns mit der Frage beschäftigt, wie sich gemeinsam genutzte, autonome Fahrzeugflotten auf die urbane Mobilität auswirken werden. Außerdem hat das örtliche Mobilitätsunternehmen EMEL unsere Software PTV Visum und PTV Vissim im Einsatz“, sagt Paulo Humanes. „Die Stadt ist definitiv eine der Pionierinnen in Europa, wenn es um Nachhaltigkeit in der Mobilität und im städtischen Leben geht.“

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Über:

Von nachhaltigen Mobilitätsformen wie Radfahren über autonomes Fahren hin zu Road Safety und Strategien für die Letzte Meile: Steffi ist immer auf der Suche nach neuen Stories und fasziniert von der Fülle an spannenden Themen, die unsere Mobilität jeden Tag zu bieten hat.

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