Wenn die Coronakrise einen positiven Effekt hat, dann ist es wohl dieser: Die Menschen radeln und laufen mehr. Der Fuß- und Radverkehr in Städten hat stark zu genommen. In Zeiten von Social Distancing scheinen aktive Mobilitätsformen die beste Wahl, um in Städten sicher und schnell von A nach B zu kommen. So sind in Metropolen wie Bogota, New York oder Berlin schnell temporäre Pop-up-Fahrradwege entstanden. Andere Städte haben ganze Straßenzüge für Fußgänger*innen geöffnet. Maßnahmen, die auch in der Zeit nach der Coronakrise dazu beitragen könnten, den Stadtverkehr nachhaltiger zu gestalten.

Nach der Coronakrise: Mehr Radverkehr in Mailand

Laut einer aktuellen Studie des ADAC rechnet jede*r vierte Deutsche damit, auch nach der Krise häufiger zu Fuß zu gehen, etwa jede*r Fünfte, öfter Rad zu fahren. Als erste Stadt hat nun Mailand ein ehrgeiziges Programm angekündigt, um den Raum in der Stadt zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmenden neu aufzuteilen und damit die Autonutzung zu reduzieren. Während des Corona-Lockdowns war dort die Verkehrsbelastung durch motorisierte Fahrzeuge um 30-75 % zurückgegangen. Jetzt kündigte die Stadt im Norden Italiens an, 35 km Straße nach der Coronakrise dauerhaft für den Fuß- und Radverkehr  umzufunktionieren. Gehwege sollen verbreitert und vermehrt Geschwindigkeitsbegrenzungen von 30 km/h sowie Straßen mit Vorrang für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen eingeführt werden.

Die Stadtverwaltung habe jahrelang versucht, den Autoverkehr in Mailand zu reduzieren, sagte  stellvertretende Bürgermeister Marco Granelli der britischen Zeitung The Guardian: „Wenn jeder ein Auto fährt, gibt es keinen Platz für Menschen, keinen Platz, um sich zu bewegen […]“

Doch bedeutet die Öffnung von mehr Rad- oder Fußwegen, dass eine Stadt automatisch direkt fahrradfreundlicher oder fußgängerfreundlicher wird?

Simulationen helfen Maßnahmen zu bewerten

Radweg

Damit tatsächlich mehr Menschen dauerhaft diese aktiven Mobilitätsformen nutzen, sind attraktive Verbindungen der verschiedenen Verkehrsmodi aber auch im Wegenetz nötig. Die Infrastruktur sollte es ermöglichen, sicher und komfortabel zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs zu sein.

So stellen sich für Städte auch zahlreiche Fragen: Wo sollen die neuen Rad- oder Fußwege entstehen? Wie sieht das Zusammenspiel mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen aus? Wo kommt es zu Verlagerungswirkungen des motorisierten Verkehrs? Wie ermöglicht man Grüne Wellen für Fahrradfahrer*innen? Wo werden längere Grünphasen für Fußgänger*innen benötigt? Mit welchen Maßnahmen kann die Verkehrssicherheit garantiert werden?

Bevor kostspielige Infrastrukturprojekte durchgeführt werden, ist es deshalb sinnvoll, die verschiedenen Maßnahmen und ihre Auswirkungen vorab genau zu testen und zu validieren. Mit Hilfe eines virtuellen Modells können der heutige und zukünftige Rad- und Fußverkehr in einer Stadt realitätsnah simuliert und verschiedene Was-wäre-wenn-Szenarien durchgespielt werden.

Mehr Platz für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen

Wie lässt sich die Mobilität in Ihrer Stadt langfristig nachhaltig gestalten? Mit PTV Software lassen sich Maßnahmen und Ihre Auswirkungen vorab analysieren.

Über:

Von nachhaltigen Mobilitätsformen wie Radfahren über autonomes Fahren hin zu Road Safety und Strategien für die Letzte Meile: Steffi ist immer auf der Suche nach neuen Stories und fasziniert von der Fülle an spannenden Themen, die unsere Mobilität jeden Tag zu bieten hat.

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