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Vollkostenanalyse als Add-on für PTV Visum im Mobilitätsplan der Stadt Augsburg
Im Rahmen der Neuaufstellung ihres Mobilitätsplans nach den Leitlinien eines Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) stehen viele Kommunen vor einer zentralen Herausforderung: Wie lassen sich unterschiedliche Maßnahmen nicht nur verkehrlich modellieren, sondern auch hinsichtlich ihrer gesamtgesellschaftlichen Wirkungen bewerten?
Klassische Verkehrsmodelle liefern belastbare Aussagen zu Verkehrsaufkommen, Reisezeiten oder Modal Split. Für politische Entscheidungsprozesse reicht das jedoch oft nicht aus. Gefragt sind Kennzahlen, die zeigen, welche Auswirkungen Maßnahmen auf Klima, Gesundheit, Flächennutzung oder öffentliche Haushalte haben – und wie sich unterschiedliche Szenarien volkswirtschaftlich einordnen lassen.
Gemeinsam mit der Stadt Augsburg wurde daher ein Add-on-Tool für PTV Visum entwickelt, das Simulationsergebnisse automatisiert in eine Vollkostenbewertung überführt.
Ein strategisches Instrument für Verwaltung und Politik
Das Ziel des Projekts war es, eine methodisch fundierte und gleichzeitig praktikable Lösung zu schaffen, mit der sich Status quo und Planfälle systematisch vergleichen lassen. Grundlage sind die Outputs aus PTV Visum: Verkehrsbelastungen auf Link-Ebene, Fahrzeugkilometer, Geschwindigkeiten, ÖPNV-Fahrgastzahlen und weitere modusspezifische Kenngrößen.
Auf dieser Basis berechnet das Tool die internen und externen Kosten der Mobilität. Berücksichtigt werden unter anderem Klimawirkungen und Luftschadstoffe, Lärmbelastungen, Unfallfolgen, Staukosten – inklusive Verspätungen im ÖPNV –, Flächeninanspruchnahme sowie infrastrukturelle Aufwendungen. Die Methodik orientiert sich an etablierten volkswirtschaftlichen Bewertungsansätzen, beispielsweise an der Methodenkonvention des Umweltbundesamts.

Monetäre Bewertung der Mobilität
Für Kommunen wie die Stadt Augsburg entsteht dadurch ein neuer Blick auf Mobilität: Maßnahmen werden nicht nur hinsichtlich ihrer verkehrlichen Effekte, sondern auch monetär, also in Euro pro Jahr, bewertet. Es wird transparent, welche gesellschaftlichen Kosten entstehen, eingespart oder zwischen Verkehrsträgern verlagert werden. Dazu eine Vertreterin der Stadt Augsburg:
„Wenn wir als Stadt über eine zusätzliche datenunterstütze Entscheidungsgrundlage verfügen und die Auswirkungen des Verkehrs auf Umwelt, Gesundheit und Infrastruktur objektiver bewerten können, lassen sich diese Erkenntnisse gezielt in unsere Verkehrsplanung einbeziehen. So treffen wir strategische Entscheidungen, die langfristig sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Gleichzeitig schafft die transparente Darstellung externer Kosten eine solide Grundlage für politische und öffentliche Diskussionen und stärkt das Verständnis in der Öffentlichkeit und im Stadtrat für gezielte verkehrspolitische Maßnahmen.“
Gerade in politischen Diskussionen und in der öffentlichen Kommunikation schafft diese Perspektive eine belastbare Argumentationsgrundlage. Zielkonflikte – etwa zwischen Verkehrsfluss, Klimaschutz und Flächenverbrauch – werden quantifizierbar, transparent und damit nachvollziehbar.
Szenarienvergleich mit klaren KPIs
Ein zentraler Mehrwert liegt im direkten Vergleich unterschiedlicher Planfälle. Man kann zwei Visum-Szenarien gegenüberstellen und hinsichtlich ihrer Vollkosten differenziert auswerten. Damit lässt sich konkret beantworten, welche gesellschaftlichen Einsparungen man durch eine Maßnahme erzielt und wie sich die Kostenstruktur im Verkehrssystem verändert.
Ergänzend wurde ein aggregierter Bewertungsindikator – der Mobi-Score – entwickelt, der die Ergebnisse in einer vergleichbaren Kennzahl zusammenführt. Dieser ermöglicht es, komplexe Wirkungszusammenhänge kompakt darzustellen und Szenarien strukturiert zu priorisieren. Aus einer Verkehrssimulation wird so ein strategisches Steuerungsinstrument.
Technisch integriert in bestehende Visum-Modelle
Das Add-on ist als Webanwendung konzipiert und baut direkt auf bestehenden PTV-Visum-Datenstrukturen auf. Szenarien lassen sich hochladen, Parameter – etwa zum Flottenmix oder zu Kostensätzen – anpassen und die Berechnung automatisiert durchführen. Die Ergebnisse stehen als strukturierte Dateien sowie in visualisierter Form zur Verfügung.
Für Kommunen, die bereits mit PTV Visum arbeiten, bedeutet das: keine zusätzliche Modellierung oder Aufwände, sondern eine Erweiterung der bestehenden Simulation um eine volkswirtschaftliche Bewertungsebene.
Ein übertragbarer Ansatz für andere Kommunen

Das Projekt in Augsburg zeigt, wie man Verkehrsmodellierung und ökonomische Wirkungsanalyse systematisch miteinander verknüpfen kann. Die Vollkostenbewertung erweitert PTV Visum um eine entscheidende Dimension und unterstützt Kommunen dabei, ihre Mobilitätsstrategien faktenbasiert weiterzuentwickeln und überzeugend zu kommunizieren.
Gerade für Städte und Regionen, die ambitionierte Klima- und Nachhaltigkeitsziele verfolgen, bietet dieser Ansatz die Möglichkeit, verkehrliche Maßnahmen nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich und wirtschaftlich einzuordnen – transparent, vergleichbar und politisch anschlussfähig.

Nachhaltige Verkehrsplanung und Mobilitätswende
Wie können Städte und Regionen Verkehr vermeiden, verlagern und verbessern?

Interesse an einer Anwendung in Ihrer Kommune?
Wenn Sie PTV Visum einsetzen und Ihre Szenarien um eine Vollkostenbewertung erweitern möchten, sprechen Sie uns gerne an. Wir stellen Ihnen das Add-on und mögliche Integrationspfade gerne vor.
Über MCube und MCube Consulting
MCube – der Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen – ist einer der Gewinner der Zukunftscluster-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Im Zentrum steht die Entwicklung und Umsetzung innovativer, wissenschaftlich fundierter Lösungen für die Mobilitätstransformation in urbanen Räumen.
MCube Consulting überführt diese Forschungsergebnisse in die Praxis. Als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft begleitet das Team Städte und Regionen bei der Konzeption, Bewertung und Umsetzung zukunftsfähiger Mobilitätsstrategien – von datenbasierten Analysen über Tool-Entwicklung bis hin zur strategischen Beratung.



