In Zeiten knapper Budgets und sich verändernder Mobilitätsmuster stehen öffentliche Verkehrsbetriebe unter zunehmendem Druck, fundiertere Planungsentscheidungen zu treffen. Eine der wichtigsten Fragen, mit denen sie konfrontiert werden, lautet: Wie können wir unsere Dienstleistungen besser an die tatsächliche Nachfrage anpassen, ohne dabei die Zugänglichkeit oder Effizienz zu beeinträchtigen?

Eine nützliche Antwort darauf liefert die Fahrgastanalyse, genauer gesagt Tools, mit denen Planende Passagierströme berechnen und nachvollziehen können.

Was PTV Lines alles ermöglicht

PTV Lines ist eine Plattform, die man für die datengestützte Planung des öffentlichen Nahverkehrs entwickelt hat. Sie unterstützt bei der Planung, Visualisierung und Bewertung von Dienstleistungen des Nahverkehrs durch die Analyse einer Vielzahl betriebsbezogener und nachfrageorientierter Indikatoren. Zu ihren Funktionen gehören:

  • Analyse des Fahrgastaufkommens anhand von Quelle-Ziel-Daten (OD-Daten) oder Nachfragemodellen
  • Berechnen und Visualisieren von Ein- und Ausstiegen sowie Umstiegen an Haltestellen
  • Berechnen der Auslastung und der Fahrgastverteilung
  • Bewerten der Kennzahlen wie beförderte Personenkilometer, Auslastung und Kapazitätskilometer

Die Lösung ist kompatibel mit GTFS- und PTV Visum-Eingaben und ermöglicht die Planung von Szenarien auf der Grundlage verschiedener Tageszeiten.

Passagierströme verstehen

Im Kern modelliert PTV Lines, wie sich Fahrgäste anhand der tatsächlichen Leistungsmerkmale durch ein Verkehrsnetz bewegen: Reisezeit, Umsteigemöglichkeiten und Komfort (z. B. Geh- oder Wartezeiten). Es ordnet die Nachfrage aus OD-Matrizen dem bestehenden Netz zu und zeigt, wie sich Änderungen wie neue Strecken oder geänderte Frequenzen auf das Fahrgastaufkommen auswirken.

So lässt sich nicht nur erkennen, wohin die Menschen reisen, sondern auch, wie sie mit den Dienstleistungen im gesamten Netz interagieren.

Von Daten zu Planungsentscheidungen

Die Fahrgastanalyse in PTV Lines kann eine Vielzahl von Planungsaufgaben unterstützen, darunter:

  • Identifizieren von unzureichend oder übermäßig ausgelasteten Streckenabschnitten
  • Anpassen der Taktfrequenzen nach Tageszeit und Fahrtrichtung
  • Neugestalten von Strecken zur Deckung der Nachfrage
  • Unterstützen bei der Kapazitätsplanung und Fahrzeugzuweisung
  • Vergleich von Szenarien hinsichtlich Kosten, Dienstkilometern und Auslastung

Ein Beispiel: Im Szenario eines aktuellen Webinars wurde eine Transitlinie in zwei Segmente aufgeteilt und damit umstrukturiert. Dabei passte der Verkehrsplanende die Fahrzeuggrößen und Frequenzen auf der Grundlage von Fahrgastzahlen an: So ließen sich sowohl die Anzahl der erforderlichen Fahrzeuge als auch die Betriebskosten reduzieren und gleichzeitig die Kapazitätsauslastung verbessern.

Antworten auf weiterführende Fragen

Die durch PTV Lines gewonnenen Erkenntnisse helfen bei der Beantwortung von Fragen, die derzeit für viele Behörden und Verkehrsunternehmen relevant sind:

  • Welche Dienstleistungen bieten einen relativ hohen Nutzen bei geringeren Betriebskosten?
  • Wo ist es möglich, Services zu reduzieren, ohne die grundlegende Erreichbarkeit zu beeinträchtigen?
  • Was passiert mit der Transferqualität, wenn man die Taktfrequenzen reduziert?

Methodische Grundlagen

Die Algorithmen, die den Fahrgastzahlenberechnungen in PTV Lines zugrunde liegen, basieren auf wissenschaftlichen Methoden. Diese wurden über mehr als 40 Jahre hinweg entwickelt und verfeinert. Es handelt sich dabei nicht um abstrakte Modelle, sondern um praxisorientierte Ansätze: Diese hat man in vielen Regionen bereits in realen Planungskontexten angewendet.

Der Ansatz profitiert von der Erfahrung eines Teams, das tief in der Nachfragemodellierung verwurzelt ist. So haben beispielsweise Dr. Michael Bundschuh und Sebastian Sielemann ihre langjährige Expertise aus der Arbeit mit PTV Visum in die Entwicklung von PTV Lines eingebracht. Sie gewährleisten damit sowohl Kontinuität als auch Praxisnähe.

Ein praktisches Planungsinstrument

PTV Lines bietet eine schlanke, interaktive Umgebung, in der Verkehrsplanende ihre Ideen erkunden, testen, bewerten und teilen können. Dank der Szenario-Funktionalität und der übersichtlichen visuellen Darstellungen lassen sich alle Beteiligten frühzeitig in den Prozess einbinden.

Abschließende Gedanken

Bei der Fahrgastanalyse geht es nicht nur um Zahlen, sondern darum, die gelebte Realität der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu verstehen. Mit Tools wie PTV Lines sind Planende besser gerüstet, um datengestützte Entscheidungen zu treffen, Ideen schnell zu testen und flexibel auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren.

Wenn Sie im Bereich Verkehrsplanung oder -politik tätig sind und mehr über die Gestaltung bedarfsorientierter Dienstleistungen erfahren möchten, lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Möglichkeiten dieser Lösung zu werfen.

Verstehen Sie Passagierströme mit PTV Lines

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