Was die Sicherheit im Straßenverkehr angeht, hat sich in den vergangenen 40 Jahren in Deutschland viel getan. Kamen in den 1970er Jahren noch mehr als 20.000 Menschen pro Jahr im Straßenverkehr ums Leben, waren es 2020 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes. Doch auch in Deutschland heißt das langfristige Ziel in Sachen Verkehrssicherheit: Vision Zero – null Verkehrstote. Radfahrende gehören auch heute noch zu den besonders gefährdeten Gruppen. Die Verkehrssicherheitskampagne „Vorsicht.Rücksicht.Umsicht“ des Landes Baden-Württemberg hat deshalb einen Schwerpunkt auf die Radverkehrssicherheit gelegt.

Radverkehr gilt als einer der zentralen Bausteine für die Verkehrswende und einen nachhaltigen Mobilitätsmix. Damit mehr Menschen öfter aufs Fahrrad steigen sind eine hohe tatsächliche (objektive) aber auch gefühlte (subjektive) Sicherheit wichtig. Hier spielt eine sichere und fahrradfreundliche Infrastruktur eine entscheidende Rolle.

Die Berater*innen der PTV arbeiten seit 2019 im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne  „Vorsicht.Rücksicht.Umsicht“ zusammen mit der ifok GmbH, der Werbeagentur die Wegmeister und dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg an verschiedenen Aspekten der Sicherheit im Straßenverkehr. So beschäftigte sich die Kampagne neben der Radverkehrssicherheit bereits mit den Themen Geschwindigkeit und dem Einfluss von Parken auf die Verkehrssicherheit.

„Wir liefern in diesem Projekt den fachlichen Hintergrund beispielsweise zu Fragen wie was sind die wichtigsten Einflussfaktoren oder was sind typische Konfliktsituationen im Straßenverkehr? Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen ist es wichtig, Konflikte zwischen Verkehrsteilnehmenden und Defizite in der Infrastruktur Straßenverkehr zu verstehen,“ sagt Miriam Niestegge, die zuständige Kollegin von der PTV Transport Consult GmbH.

Radverkehrssicherheit: Das eigene Risiko senken

Aus der Analyse des Unfallgeschehens lassen sich dann Maßnahmen und Regeln ableiten. So wurden im Rahmen der aktuellen Kampagne Empfehlungen aufgestellt, die Radfahrenden dabei helfen, das eigene Unfallrisiko zu senken. Dazu gehört beispielsweise das Tragen eines Helms, genügend Abstand beim Vorbeifahren an parkenden Autos zu halten oder den toten Winkel von Lkw zu beachten. Radfahrende sollten Lkw an Kreuzungen am besten immer vor oder hinter diesem überqueren.

„Wir haben zudem die häufigsten innenstädtischen Konflikte zwischen Rad- und Autofahrenden unter die Lupe genommen, da Autofahrende sehr häufig in Fahrradunfälle involviert sind,“ erklärt Miriam Niestegge. „Auch Autofahrende können entscheidend zu mehr Radverkehrssicherheit beitragen, zum Beispiel in dem sie beim Abbiegen auf den Schulterblick achten, vorsichtig Autotüren öffnen und 1,5 Meter Sicherheitsabstand beim Überholen einhalten.“

Die wichtigsten Regeln für sicheren Radverkehr

Um für Unfallgefahren sowohl aus Radfahrenden- als auch aus Autofahrenden-Perspektive zu sensibilisieren, erklärt Miriam Niestegge gemeinsam mit dem Baden-Württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann und dem Influencer Cossu in einem Video die so genannten Big Ten – die wichtigsten Regeln für einen sicheren Radverkehr. Es lohnt sich in diese Traffic-Safari reinzuschauen

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Straßen können Fehler verzeihen, wenn in Verkehrssicherheitskonzepten für Städte und Regionen konkrete Maßnahmen mit Umsetzungsprozessen kombiniert werden.

Über:

Von nachhaltigen Mobilitätsformen wie Radfahren über autonomes Fahren hin zu Road Safety und Strategien für die Letzte Meile: Steffi ist immer auf der Suche nach neuen Stories und fasziniert von der Fülle an spannenden Themen, die unsere Mobilität jeden Tag zu bieten hat.

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