Ob Landwirtschaft oder Warenauslieferung – Drohnen kommen heutzutage in vielen Lebensbereichen zum Einsatz. In der Coronakrise trugen die unbemannten Luftfahrzeuge in mehreren Ländern auf unterschiedlichsten Arten zur Eindämmung der Pandemie bei. Auch in der Stadt- und Verkehrsplanung werden Drohnen vermehrt eingesetzt und revolutionieren hier die Datenerfassung und Kartierung. Sie ermöglichen es, große Mengen hochpräziser Informationen schnell und einfach zu erfassen. Als erste lateinamerikanische Stadt hatte nun die argentinische Metropole Buenos Aires Drohnen zur Datenerfassung im Einsatz, um auf Basis präziser Informationen ein ganzes Stadtgebiet umzugestalten.

Mit einem der niedrigsten durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen und der niedrigsten Lebenserwartung in ganz Buenos Aires gehört Comuna 8 im Südwesten zu einem der Problemviertel der Stadt.

Im Rahmen der „III Olympischen Jugendspiele, die im Jahr 2018 stattfanden, beschloss die lokale Regierung, diesen Bezirk komplett umzugestalten. So wurde ein ehrgeiziger Aktionsplan mit dem Ziel ins Leben gerufen, endlich einen sozialen Wandel in diesem Viertel herbeizuführen.

Dazu gehörte die Aufwertung bestehender Grünflächen, der Bau von Gewerbegebieten sowie die Konsolidierung der öffentlichen Dienste. Diese Maßnahmen sollten den Bewohner*innen einen besseren Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ermöglichen und für nachhaltiges Wachstum sorgen. Zugleich spielte die Gewährleistung von Mobilität und Transport in allen Bereichen eine wichtige Rolle.

Buenos Aires setzte Drohnen zur Datenerfassung ein

Das neue Stadtplanungskonzept umfasste zudem eine Verkehrsstudie, die von dem örtlichen Beratungsunternehmen IRVSA durchgeführt wurde. Ziel dieser Studie war es, mit Hilfe von PTV Vissim eine Reihe von mikroskopischen Simulationsmodellen zu entwickeln und mögliche Veränderungen im Verkehrs- und Mobilitätsverhalten zu visualisieren.

So konnten die Planer*innen unterschiedliche Was-wäre-wenn-Szenarien durchspielen: Wie sieht das aktuelle Bewegungsmuster der Fußgänger*innen aus und wie verändert sich dieses durch einen neuen Park oder ein neues Einkaufrszentrum in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld? Wie viel Raum wird für Radwege und öffentliche Verkehrsmittel benötigt? Welche Auswirkungen haben bestimmte Maßnahmen auf den Auto- und Lieferverkehr?

Da Comuna 8 eine der größten Flächen der Stadt einnimmt, wurden in der ersten Projektphase Drohnen eingesetzt, um sich einen Überblick über den gesamten Bezirk verschaffen und zusätzliche Daten für das Simulationsmodell erfassen zu können.

In Kombination mit der leistungsfähigen Simulationssoftware lieferte die Datenerfassung per Drohne aufschlussreiche Informationen und Visualisierungen in puncto Verkehrsbelastung. Fahrzeugtracking, Fahrzeitmessungen und klassifizierte Richtungszählungen untermauerten die Ergebnisse. So ließen sich Verlagerungseffekte und kritische Punkte bei Veränderungen im Straßennetz aufzeigen.

Für die Stadtplaner*innen bildeten diese aussagekräftigen Daten eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Festlegung geeigneter Maßnahmen. Einige davon werden bereits umgesetzt.

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Über:

Gastautor Freeiwey Liendo ist passionierter Bauingenieur. Er setzte als einer der ersten Anwender in Lateinamerika auf Lösungen von PTV. Als Verkehrsplaner und -modellierer beim Beratungsunternehmen IRVSA ist er davon überzeugt, dass der Einsatz moderner Technologien der Schlüssel zur Mobilität der Zukunft in den Städten ist.

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