Wir bleiben zuhause – das ist seit mehr als vier Wochen das Motto in Deutschland, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das öffentliche Leben wurde drastisch heruntergefahren. Das hatte auch erheblichen Einfluss auf den Straßenverkehr. Gleich mit den ersten Maßnahmen Mitte März reduzierten sich die zurück gelegten Wege der Deutschen um 40 Prozent. Doch wie sah das Ganze jetzt zu Ostern aus? Waren die Deutschen an den sonnenverwöhnten Feiertagen wieder mehr unterwegs?

Spoiler Alert: Ja, das waren sie. Im Vergleich zum vorherigen Sonntag (05.April 2020) stieg das Verkehrsaufkommen am Ostersonntag um 26 Prozent. Dies zeigt jetzt die interaktive Deutschlandkarte auf https://mobility-footprint.ptvgroup.io/

Deutschlandkarte
Die digitale Karte zeigt, dass sich das Verkehrsaufkommen vom Ostersonntag 2020 im Vergleich zum vorherigen Sonntag um 26% erhöht hat.

„Die Karte zeigt, dass die Menschen vor allem in Nord- und Westdeutschland zu Ostern wieder mehr in Bewegung waren. In Bayern und in Sachsen dagegen zeigt sich nur eine geringe Verkehrszunahme, was mit den restriktiveren Regeln der Bundesländer zu tun haben könnte,“ sagt Matthias Hormuth, Head of Products von der PTV. „Auffallend ist zudem die Zunahme der Fahrten in den Freizeitregionen wie etwa dem Bayerischen Wald, dem Oden-, Schwarz- oder Westerwald. Das Gleiche gilt für die nördliche Küste. Auf den Hauptautobahnachsen blieb es dagegen ruhig. Es gab also vermehrt regionalen Besuchs- und Freizeitverkehr aber weniger Fernverkehr.“

Interessant ist zudem der Blick auf das Reiseverhalten im Vergleich zum Vorjahr. Um satte 78 Prozent hat der Verkehr gegenüber dem Ostersonntag 2019 abgenommen. Am Gründonnerstag, sonst jedes Jahr unter den Top drei der reisestärksten Tage, waren es 51 Prozent weniger Verkehr als ein Jahr zuvor.

Interaktive Karte ermöglicht weitere Betrachtungen

Die digitale Deutschlandkarte wird sukzessive erweitert und kann zeitnah weitere Auswirkungen bestimmter Maßnahmen auf Reiseverhalten und Verkehr darstellen – zum Beispiel mit Blick auf die Exit-Strategie. Was passiert auf den Straßen, wenn die Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise wieder gelockert werden? Wie verändert sich das Verkehrsaufkommen sobald Schulen, Geschäfte oder Restaurants vereinzelt wieder öffnen?

„Es können aber auch ganz andere verkehrliche Fragestellungen beleuchtet werden – ganz ohne Corona-Bezug“, so Matthias Hormuth. „Behörden und Verkehrsplaner erhalten damit detaillierte und aussagekräftige Zahlen zum Verkehrsvolumen und zur Belastung des Wegenetzes. Das ist eine wichtige Entscheidungshilfe für die Gestaltung der Mobilität und der Zukunft. Für Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen sind diese Informationen für die Standortwahl und Optimierung des Leistungsangebots relevant.“

Die PTV Group hat die Karte auf Basis von Teralytics Daten aufgesetzt. Das Unternehmen liefert in Zusammenarbeit mit Telekommunikationsanbietern weltweit aggregierte und anonymisierte Mobilfunkdaten und damit Erkenntnisse über die Mobilität. Die Verkehrsexpert*innen der PTV Group bereiten die Bewegungsströme mit ihrer Software weiter auf und visualisieren den Pkw- und Lkw-Verkehr in einem deutschlandweiten Verkehrsmodell runtergebrochen auf das Straßennetz der Bundesrepublik Deutschland.

Big Data unterstützt Entscheidungsfindung

Mit Hilfe von Big Data lassen sich Bewegungsmuster visualisieren und verstehen. Ein wertvolles Instrument in der Entscheidungsfindung bei zukünftigen verkehrlichen Maßnahmen.

Über:

Von nachhaltigen Mobilitätsformen wie Radfahren über autonomes Fahren hin zu Road Safety und Strategien für die Letzte Meile: Steffi ist immer auf der Suche nach neuen Stories und fasziniert von der Fülle an spannenden Themen, die unsere Mobilität jeden Tag zu bieten hat.

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