Intelligente Verkehrssysteme (Intelligent Traffic Systems, ITS) bilden heute eine wichtige technologische und organisatorische Grundlage für eine Vielzahl von Anwendungen im Straßenverkehr. Diese Systeme zu vernetzen, getrieben durch die zunehmende Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologie, stellt neue Herausforderungen an die Einführung neuer und die Integration bestehender ITS-Dienste. Um eine intelligente Mobilität zu gewährleisten, ist die Durchgängigkeit der Informationen und die damit verbundene Integration der entsprechenden Systeme eine wichtige Voraussetzung. Das traditionelle Autobahnmanagement in Ungarn erfasst die Daten bisher unzureichend und kann keinen flüssigen Datenaustausch gewährleisten. Dadurch verpasst man die Möglichkeit, zu handeln, bevor der Verkehrsfluss sichtbar gestört ist und Staus entstehen. Die Integration moderner ITS-Dienste ist gefragt.

Die doppelte Natur eines Staus

Photo by Bence Balla-Schottner, Unsplash
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Staus haben einen doppelten Charakter: Sie werden entweder durch äußere Ereignisse oder durch das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer verursacht. Fahrverhaltensbedingte Staus und die damit verbundenen Auswirkungskurven hängen jedoch stark von den Eigenschaften der menschlichen Fahrer ab. Diese ließen sich jedoch mit dem Fortschritt der autonomen Fahrtechnik allmählich ersetzen. Die Einführung verkehrsmodellbasierter Softwareprodukte verbessert jedoch das Verständnis der Verkehrsteilnehmer für die prognostizierten Verkehrsbedingungen bei ereignisbasierten Staus. Durch ITS-basierte Verkehrsmanagementinstrumente lassen sich diese Staus auch auf Netzebene bewerten. Das Aufkommen von Crowd-Sourcing-Daten zusammen mit leistungsfähigen Datenerfassungs- und Datenaustauschsystemen öffnet nun die Tür, Staus auf Autobahnen in einem breiteren Kontext zu untersuchen.

Proaktives Eingreifen bewährt in Ungarn

Ungarn hat auf dem Gebiet der intelligenten Verkehrssysteme bedeutende Fortschritte gemacht. Es war eines der ersten Länder in Europa, das im Rahmen des CROCODILE-Projekts das erste C-ITS-Pilotprojekt zur Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation auf der landeseigenen Autobahn M1 abgeschlossen hat. Zwischen 2013 und 2022 waren die drei Phasen des CROCODILE-Projekts entscheidend für die Entwicklung und Erneuerung der ungarischen Verkehrsmanagementsysteme.

Neben der Etablierung einer zweiten Koordinationsebene war ein wichtiges Ziel, möglichst viele externe Datenquellen, z. B. Flottendaten, zu integrieren und das ungarische Verkehrsmanagement von der derzeitigen reaktiven zur proaktiven Intervention zu bewegen. Dies erfordert den Einsatz von Verkehrsprognosemodellen.

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Modelle zur Verkehrsprognose

Mit Hilfe des Echtzeit-Verkehrsmanagementsystems PTV Optima konnten Experten nun ein Softwaresystem und das zugrunde liegende Modell für das ungarische Hauptstraßen- und Autobahnnetz erstellen. Das System ist in erster Linie für die Unterstützung des Straßenverkehrsmanagements konzipiert, kann aber auch multimodale und intermodale Streckenprognosen erstellen. Es sammelt und analysiert Informationen aus Echtzeit-Datenquellen, insbesondere zur Unterstützung von Verkehrsleitzentralen. Das System benötigte zudem ein Offline-Basismodell. Dieses Modell erstellte man anhand der Software PTV Visum: Es entstand ein Makrosimulationsmodell, welches das Straßennetz und statische Nachfragematrizen enthält.

Scientific Paper zum zukünftigen Verkehrsmanagement in Ungarn

Zukünftig bilden die erstellten Verkehrsmodelle die Grundlage für künftige Verkehrsmanagementaktivitäten in Magyar Közút. Anhand dieser Modelle bewertet das Verkehrsmanagementsystem der nächsten Generation die verschiedenen Szenarien und wählt vorgeschlagene Maßnahmen aus. Aus Expertensicht hebt das neue System das Verkehrsmanagement auf eine viel höhere Ebene und fügt die Vorhersage als modernes Element hinzu. Rückblickend war neben der technischen Perspektive der Informationsaustausch zwischen den beteiligten Akteuren ein Schlüsselelement der Aufgabenstellung. Tamás Attila Tomaschek, Fachbereich für Automobiltechnologien, Technische Universität Budapest, und Gergely Fehér, FŐMTERV PTE Ltd, fassten das Projekt in einem wissenschaftlichen Aufsatz mit dem Titel „Exploring traffic jams of the future highways“ (nur in engl.) zusammen. Darin werden die derzeit besten Praktiken in Ungarn vorgestellt, aber auch ein Ausblick auf mögliche Veränderungen im Hinblick auf Interventionstechniken der ITS gegeben.

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