Wird der Disponent bald durch Software ersetzt? Diese Frage stellen sich in Zeiten von Digitalisierung und dem Aufkommen künstlicher Intelligenz immer mehr Transportplaner und Logistikmanager. Die Antwort lautet nein. Denn eine Tourenplanungssoftware berechnet mit Hilfe ausgefeilter Algorithmen und auf Basis zahlreicher Variablen ein Planungsergebnis mit optimierten Touren. Doch nicht alle Variablen, Restriktionen und Bedigungen lassen sich mit Algorithmen abbilden. Auch Ausnahmen und spontane Abweichungen kann eine Software nur schwer berücksichtigen. Hier kommt der Disponent mit seinem Wissen und seiner Erfahrung ins Spiel.

 

5 Gründe, weshalb ein Disponent für eine gute Tourenplanung unerlässlich ist

 

1. Ein Disponent kennt seine Kunden

Disponenten haben häufig persönlichen Kontakt zu Stammkunden und verfügen über Zusatzwissen, das in keinem System hinterlegt ist. Das kann den feinen Unterschied bei einer Tour ausmachen. Ein Beispiel: Ein Kunde hat als mögliches Zeitfenster für die Anlieferung 8 bis 11 Uhr angeben. Die Tourenplanungssoftware berücksichtig das automatisch und schließt eine Lieferung außerhalb dieses Zeitraumes aus. Der Disponent weiß jedoch aus Erfahrung, dass der Kunde auch mit einer gelegentlichen Lieferung um 11.30 Uhr zufrieden ist und fügt deshalb die Sendung manuell zu einer anderen Tour hinzu.

 

2. Ein Disponent kennt den Fuhrpark und die Fahrer

Die Software zeigt an, dass in einem Lkw kein Laderaum mehr zur Verfügung steht und deshalb eine zweite Tour nötig ist. Der Disponent kennt jedoch seine Fahrzeuge und Waren am besten und weiß, dass man mit geschicktem Stapeln noch eine Sendung mehr unterbringen kann. Auch über die Fahrer, ihre Vorlieben und Qualifikationen weiß der Disponent besser Bescheid als es eine Software. Hat ein Fahrer  eine anstrengende und frustrierende Fahrt mit vielen Verspätungen und Komplikationen hinter sich? Dann weist man ihm für den nächsten Tag besser eine entspanntere Tour zu. So bleibt der Fahrer zufrieden und motiviert – ein Aspekt, der angesichts des drohenden Fahrermangels immer wichtiger wird.

 

3. Ein Disponent hat ein Auge für Ausnahmefälle

Die Tourenplanung wird immer komplexer. Während die Zahl der Aufträge steigt, sinkt zugleich das Volumen pro Auftrag. Dadurch erhöht sich die durchschnittliche Anzahl Stopps pro Fahrt. Steigende Kundenwünsche und gesetzliche Restriktionen erhöhen zudem die Anforderungen an den Lieferprozess. Wenn eine Tourenplanungssoftware die aufwändige Berechnung der Touren übernimmt, gibt das dem Disponenten mehr Zeit, sich um die Ausnahmen und Sonderfälle zu kümmern, die eine Softwarelösung nicht abdecken kann. So zum Beispiel, wenn ein Fahrer  krankheitsbedingt nach einer halben Tour ausfällt oder eine Tour aufgrund eines Großereignissen umgeplant werden muss.

 

4. Die Aufgaben eines Disponenten gehen weit über die Tourenplanung hinaus

Eine Tourenplanungssoftware spart wertvolle Zeit. Zeit, die der Disponent für die Beratung und die Abstimmung mit Kunden oder für das Management der Fahrer aufwenden kann. So kann er  beispielsweise Kunden proaktiv informieren, wenn sich eine Fahrt verzögert und zusammen mit dem Fahrer nach Lösungen suchen. Auch für taktische und strategische Fragestellungen bleibt nun mehr Zeit:  Welche Fahrten sollten besser an Dienstleister ausgelagert werden? Ist es sinnvoll in den Ausbau der  Transportkapazitäten zu investieren? Wie erhöhen wir die Zufriedenheit der Fahrer? Kurzum: Eine Tourenplanungssoftware sorgt für weniger Stress und schafft Mehrwert.

 

5. Ein Disponent hält das System up-to-date

Eine Software ist nur so gut wie der Input, den sie erhält. Um eine hohe Planungsqualität zu gewährleisten, ist es absolut notwendig, dass der Disponent das System mit seinen Einstellungen, Parametern und Vorgaben kontinuierlich überprüft und anpasst.

 

Softwarelösungen können heutzutage so viele Aufgaben übernehmen, dass wir oft vergessen, dass es sich dabei lediglich um Werkzeuge handelt. Werkzeuge, die dem Disponenten Arbeit abnehmen und ihm helfen informiertere Entscheidungen zu treffen. Aus dem Zusammenspiel von intelligenten Algorithmen und der Erfahrung und dem Wissen des Disponenten ensteht so ein optimales Planungsergebnis. Die Kontrolle und die Verantwortung verbleiben jedoch beim Disponenten.

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