Lieferservices für Essen, Kochboxen und Lebensmittel boomen – spätestens seit Corona. Laut einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom, bestellen 26 % der Deutschen zumindest hin und wieder Lebensmittel online – vor Beginn der Pandemie waren es nur 16%. Doch wie baut man ein effizientes Vertriebsnetz für frische und tiefgekühlte Lebensmittel auf?

Häufig werden Frischeprodukte oder Tiefkühlwaren über herkömmliche Paketdienste verschickt – unter Verwendung von gut isolierten Verpackungen und Kühlakkus, um die Produkte während des Transports auf Temperatur zu halten. Das führt nicht nur zu viel Müll und hohen Verpackungskosten, sondern verringert auch die Garantie, dass die Lebensmittel tatsächlich frisch an ihrem Bestimmungsort ankommen.

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Einen anderen Ansatz verfolgt man bei DPD Fresh – einem Service, der im Herbst 2020 vom Paket-Dienstleister DPD in Belgien gestartet wurde. Für die Lieferung von trockenen, frischen und tiefgekühlten Lebensmitteln wurde eigens ein kühlgesteuertes Distributionsnetz aufgebaut. DPD Fresh nutzt Fahrzeuge mit aktiver Kühlung und Sensoren zur Temperaturüberwachung. So genügt ein herkömmlicher Karton, um die Frischeprodukte zu verpacken.

Privat- und Geschäftskund*innen nahmen das Angebot von DPD Fresh schnell an: Innerhalb eines Jahres stieg das Volumen von 0 auf fast 300 Sendungen pro Tag. Inzwischen hat das Unternehmen das Distributionsnetz auf Luxemburg und Frankreich ausgeweitet, der Fuhrpark umfasst mittlerweile vierzehn Fahrzeuge, von denen mehr als zwei Drittel sowohl über Kühl- als auch über Gefriermöglichkeiten verfügen.

Frischelogistik: Herausforderung für die Transportplanung

Die Transportplanung von Frischeprodukten ist sehr viel komplexer als gewöhnliche Paketauslieferungen. Faktoren wie die Haltbarkeitsdauer oder die erforderlichen Temperaturbedingungen unterscheiden sich von Produkt zu Produkt und müssen berücksichtigt werden. So bestimmt beispielsweise die Haltbarkeitsdauer, welche Lieferungen überhaupt möglich sind. Innerhalb Belgiens werden alle Sendungen in der Regel innerhalb von 24 Stunden zugestellt. Für Frankreich gilt eine Vorlaufzeit von 48 Stunden –  für Südfrankreich sogar 72 Stunden.

Nehmen wir zum Beispiel die Lieferung von Austern. Sie müssen spätestens innerhalb von 48 Stunden nach der Ernte geliefert werden. Das bedeutet, dass DPD Fresh Austern aus Südfrankreich an Restaurants in Paris liefern kann, aber nicht an Restaurants in Antwerpen oder Brüssel. Eine Zustellung innerhalb von 48 Stunden kann im Verteilnetz nicht garantiert werden.

Die Verteilung auf unterschiedliche Fahrzeugtypen stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Da DPD Fresh weniger tiefgekühlte als gekühlte Pakete ausliefert, verfügt nicht jedes Fahrzeug über ein Gefrierfach. 30% der Fahrzeuge können nur gekühlte Pakete transportieren, siebzig Prozent haben Platz für gekühlte und gefrorene Lebensmittel. Hinzu kommt, dass Fahrzeuge mit Kühl-Gefrierkombi mehr Kraftstoff verbrauchen. Dies muss in die Routenplanung mit einbezogen werden. Schließlich gilt es zu vermeiden, dass an derselben Adresse zwei Fahrzeuge halten – eins mit einem gekühlten Paket, das andere mit einem tiefgekühlten. Auch das Netz an Depots wächst: DPD Fresh rechnet für 2022 mit weiterem Wachstum auf bis zu 100.000 Sendungen pro Jahr. Dafür sollen alle alle zehn DPD-Depots in Belgien entsprechend ausgestattet werden. Welche Adresse lassen sich also in Zukunft von welchem Depot am besten beliefern?

Taktische Routenplanung

Bei DPD Fresh kam man mit dem Planungsinstrument für herkömmliche Paketauslieferung nicht weiter. Eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen war nicht möglich. Mindesthaltbarkeit spielt für herkömmliche Pakete in der Regel ebenfalls keine Rolle. So mussten Planer*innen häufig manuell eingreifen. Deshalb entschied man sich bei DPD Fresh für eine zusätzliche Software Lösung zur taktischen Tourenplanung, dem PTV Route Optimiser.

Das Tool kombiniert eingehende Sendungen zu den effizientesten Touren und berücksichtigt dabei Restriktionen und Präferenzen wie Haltbarkeitsdauer, Ladekapazität für Kühl- und Tiefkühlpakete sowie den Kraftstoffverbrauch. Mit großen Vorteilen. Durch den optimierten Einsatz der Fahrzeugflotte, kommt DPD Fresh an manchen Tagen mit zwei Fahrzeugen weniger aus. Berechnungen ergaben, dass sich die Betriebskosten so um bis zu 15 Prozent senken lassen. Ein weiter wichtiger und positiver Effekt: DPD Fresh gelingt es mit der optimierten Planung den ökologischen Fußabdruck zu verbessern.

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Über:

Michiel has 10 years of experience in the logistics sector and has learned during that time that a good chat is the key to success. Having a personal connection with prospects is of paramount importance to him. According to him, digitalization is everywhere, including in business: purchasing power continues to increase.

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